Zwei Spaziergänge und »Hundert Hunde«

24.10.2014

Hereinspaziert! So sieht es aus im KLASS Büro für Gestaltung.
Hier gestalten Kerstin Inga Meyer, Ana Laura Campos, Sonja Steven und Sarah Tolpeit  seit einem guten Jahr Bücher, Magazine, Websites, Logos, Musikvideos und vieles mehr.

 

Gefunden haben die vier sich während ihres Studiums an der HfbK Hamburg. Durch die Nähe zu anderen jungen Start-Ups, die wie KLASS Räume des alten Finanzamtes Altona bezogen haben, ist die Uni-Atmosphäre trotz vieler Aufträge und Büroalltag nicht ganz verschwunden. Hier wird alles selbst gemacht. Sogar die Garderobe ...

 

 

... und wie heute zur Feier des Erscheinens von »Hundert Hunde« ein leckeres Mittagessen!

 

 

Ob eigenes Projekt oder Auftragsarbeit: Die Wände im KLASS Büro schmückt eine Werkschau, die sich sehen lassen kann.

 

 

Hier entstehen Wörterspaß und Augenschmaus für große und kleine Leute: Kerstin Inga Meyer an ihrem Arbeitsplatz.

 

 

Auch wenn viele ihrer Arbeiten mittlerweile direkt am Computer entstehen, ist das gute alte Skizzenbuch für die Künstlerin und Typografin unverzichtbar.

 

 

Von der ersten Idee ....

 

 

 ... zum fertigen Wendeplakat ....

 

 

... wie war das eigentlich?

Ein paar Fragen an Kerstin Inga Meyer.

ALADIN: Klaus Humann hat deine Wandplakate mit dem Titel »Spaziergänge« bei einer Ausstellung entdeckt. Wie ist es dazu gekommen?

Das war eine Jahresausstellung in der HfbK, ich hatte zufällig gerade Aufsicht. Herr Humann war mir schon aufgefallen, weil er das dritte Mal in den Raum kam. Er kam auf mich zu und fragte, ob ich zufällig diejenige kenne, die diese Wandplakate gemacht hat. Das waren zwei sehr lange Wendeplakate mit dem Titel »Spaziergänge«. Dann hat er erzählt, dass er aktuell den ALADIN Verlag aufbaut und ob ich mir vorstellen könnte, aus den Plakaten ein Kinderbuch zu machen.

ALADIN: Hattest du vorher schon einmal überlegt, einem Verlag dein Projekt anzubieten?

Nein, zu dem Zeitpunkt nicht. Aber ich bewege mich ja gern auf der Grenze von Gebrauchsgrafik zu eigener künstlerischer Autorschaft und es ist toll Leute zu treffen, die etwas in den Dingen sehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich allein den Schritt vom Objekt zum Produkt gemacht, beziehungsweise geschafft hätte.

ALADIN: Wie lange hast du für den Entwurf gebraucht? Welche Herausforderungen birgt es, für Kinder zu schreiben/gestalten?

Aus den Spaziergängen ein Kinderbuch zu machen, ist mir eigentlich nicht schwer gefallen. Ich musste dafür meine eigene Denkweise nicht ändern, Faszinierendes in den normalen Dingen des Lebens zu finden funktioniert, glaube ich, für alle. Und ich kriege oft diese Reaktion auf meine Arbeiten: »Das würde auch meinem Kind gefallen!«.

ALADIN:
 Was magst du an der Arbeit im KLASS Büro besonders und was ist anders geworden im Vergleich zum Studium?

An KLASS mag ich, dass sich die Arbeit nicht wie Pflicht anfühlt. Es ist unser eigenes Ding und ich gehe jeden Tag gern ins Büro. Außerdem ist mein Arbeitsalltag im Vergleich zum Studium viel regelmäßiger geworden. Das finde ich sehr gut. Man merkt das ja auch daran, wie ich schreibe und zeichne, ich liebe Wiederholung, ein regelmäßiger Rhythmus macht für mich Entwicklung erst sichtbar (morgen, sorgen, versorgen, versagen, verzagen… ).
In meiner Au-Pair-Zeit durfte ich wochen- und monatelang jeden abend das gleiche Buch vorlesen. Dabei entdeckt man trotzdem jedes Mal noch was Neues und verinnerlicht Geschichten auf eine unerwartet besondere Art. Ich kann mir vorstellen, dass Hundert Hunde vielleicht auch so funktionieren könnte, weil die Geschichte sich bei jeder Wiederholung anders strickt.

ALADIN:
 Und was gefällt dir an ALADIN?

Im ALADIN Verlag gibt es viele  Bücher, in denen die Ästhetik als eigenständiger Inhalt zählt, das find ich super. Sehen und Lesen hängen so eng zusammen.

Das finden wir vom ALADIN-Team auch. Schön, dass »Hundert Hunde« seit gestern im Handel ist!

 

 

Zum Abschluss gibt es noch einen kleinen Blick ins Buch: