Zeichner verteidigen die Meinungsfreiheit

12.02.2015

Mit dem Band »Zeichner verteidigen die Meinungsfreiheit« erscheint heute ein Projekt, das mit Beiträgen von insgesamt 29 deutschen und internationalen Illustratoren in wenigen Tagen umgesetzt wurde. Welche Idee dahinter steht, erzählt Initiator und Herausgeber Klaus Humann hier:

In den Tagen nach dem 7. Januar, dem Anschlag auf die Redaktion von »Charlie Hebdo«, ging es mir wie vielen, die sich mit Büchern und Bildern beschäftigen: Ich war aufgewühlt, dass jetzt Zeichner betroffen waren, die mit Pinsel und Stift ihr Recht auf freie Meinungsäußerung vertreten.

Obwohl mir die Art, wie sich die Redaktion von »Charlie Hebdo« mit allem und jedem anlegt, sehr fremd ist, obwohl ich nicht sagen wollte »Je suis Charlie«, konnte ich nicht zum Redaktionsalltag eines Kinderbuchverlages zurückkehren. Ich wollte mich zu Wort melden. So entstand an einem Wochenende im Januar die Idee zu »Zeichner verteidigen die Meinungsfreiheit«. Ich war neugierig, wie sich die Zeichner, die zum Teil schon seit Jahren mit uns arbeiten, jetzt fühlten. Waren sie verängstigt? Wütend? Verwirrt? Oder alles zusammen?

Viele haben am Telefon sofort zugesagt, einige brauchten Bedenkzeit, anderen schien unser Ansinnen, dieses Gefühls-Chaos in ein Bild zu packen, ein Ding der Unmöglichkeit.

In vier Tagen erreichten uns die Bilder von ATAK, Jutta Bauer, Larissa Bertonasco, Quint Buchholz, Flix, Bob Graham, Nikolaus Heidelbach, David Hughes, Janosch, Joëlle Jolivet, Ulf K., Regina Kehn, Reinhard Kleist, Ole Könnecke, Isabel Kreitz, Marine Ludin, Ulli Lust, Hildegard Müller, Thomas M. Müller, Christoph Niemann, Moni Port, Chris Riddell, Axel Scheffler, Peter Sís, Ralph Steadman, Philip Wächter, David Wiesner, Sabine Wilharm und Barbara Yelin.

Hier einige Beispiele:

 

Jetzt, vier Wochen nach dem 7. Januar, erscheint unser Buch zur Verteidigung der Meinungsfreiheit. Die Kinderbuch-Illustratoren und Comic-Zeichner haben großartige Bilder zu Papier gebracht: witzig, traurig, provokativ. Ein Dokument der kreativen Solidarität der Zeichner für ihre Pariser Kollegen. ALADIN ist stolz und glücklich, dieses Buch verlegen zu können.

Das Buch wird eingeleitet von Andreas Platthaus (FAZ). Alle Erlöse kommen dem „Writers in Prison“-Programm des PEN zugute.