Hasensuche auf Vancouver Island

12.05.2014

10 Tage lang war Klaus Humann mit seiner Frau in Kanada unterwegs. Bei der Gelegenheit hat er sich auch mit Polly Horvath, Schöpferin von „Herrn und Frau Hase“ getroffen. Hier sein Reisebericht!

 

 

Eine Enttäuschung vorweg: Hasen gab es auf Vancouver Island keine zu sehen. Zumindest keine mit Trenchcoats  und Schlapphut. Und dabei waren wir doch ins Polly-Horvath-Country gefahren in der Hoffnung, wenigstens einen Smart vorbeiflitzen zu sehen, in dem 2 Paar Hasenohren hinter dem Steuer zu sehen sein würden.

Pustekuchen!

Vancouver Island, wie der Name schon sagt, ist eine riesige Insel, liegt an der kanadischen Westküste  und ist von Vancouver aus mit einer Fähre zu erreichen. In 90 Minuten. Ganz in der Nähe von Victoria, der größten Stadt, im Südwesten, lebt Polly Horvath, Hasenmutter und –versteherin und hat uns, Monica und mich, auf eine kleine Wanderung entlang der Steilküste mitgenommen.

 

 

Die Wege waren noch etwas frühjahrsmatschig, der Ginster dagegen blühte, Möwen umkreisten uns, wir hatten  stürmisches Sonnenwetter und spektakuläre Ausblicke.

 


Polly lebt hier mit ihrem Mann seit mehr als zwanzig Jahren, die beiden Töchter sind schon aus dem Haus. Jeden Tag ist Polly an der frischen Luft, meist auf ihrem Lieblings-Wanderweg, atmet tief durch und holt sich Ideen für ihre Bücher. Gerade hat sie einen Roman für Erwachsene fertig, ist noch unzufrieden damit, wie meist mit dem, was sie geschrieben hat. Aber sie hat auch schon Ideen für einen dritten Hasenkrimi. Ihr Mann Arnie ist ihr erster Leser und leiht Herrn Hase sehr oft und sehr gern seine Stimme.

Aus Deutschland hatten wir Polly Horvath einen Korb mit Marzipan-Möhren mitgebracht, die sie wohl eher mit Arnie als mit Herrn und Frau Hase teilen wird. Zum Abschluss unseres Besuchs hat sie uns noch drei Bücher "for my german readers" signiert. Sie freut sich sehr über den Erfolg der "Hasen" bei uns und über die Nominierung zum Jugendliteraturpreis.

 

 

Mit dem Versprechen, am nächsten Tag allein einen neuen und noch längeren Wanderweg auszuprobieren, verabschiedeten wir uns von ihr. Da wussten wir noch nicht, dass uns zwar wieder keinen Hasen, dafür aber einem leibhaftigen Schwarzbär  begegnen würde. Er kam plötzlich aus dem Gebüsch, blieb zwei Meter von uns entfernt stehen, sah mich, stutzte, und rannte dann an mir vorbei davon. Er schien zum Glück noch mehr Angst vor uns als wir vor ihm zu haben. Als wir Polly davon  am Telefon erzählten, hat sie sich riesig für uns gefreut. Uns dagegen saß der Schreck noch in den Gliedern.