Geisterstunde mit ALADIN

31.10.2014

»Eine gute Gruselgeschichte ist ähnlich wie ein guter Witz. Man darf nämlich weder zu viel noch zu wenig verraten, wenn man jemanden zum Lachen oder zum Gruseln bringen will.« Diese Regel hat unsere Illustratorin Isabel Kreitz einmal aufgestellt. Da heute Halloween ist, empfehlen wir nun die passenden Bücher: von schrecklich gruselig bis schrecklich lustig!

 

»Über mir krachte und rollte der Donner und als er verstummte und tödliches Schweigen folgte, hörte ich eine raschelnde Bewegung näher kommen und, was noch viel schrecklicher war, atmete einen Geruch von Verwesung und Moder. Eine Hand legte sich an die Seite meines Halses und dicht neben meinem Ohr hörte ich rasches, gieriges Atmen.«

In ihrer Anthologie »Nachtschatten« hat Isabel Kreitz 13 Geschichten zum Fürchten zusammengestellt und jeweils illustriert, wie hier »Die Turmstube« von Edward F. Benson. Ob verfluchte Talismane, rachsüchtige Schulgespenster oder ganze Dörfer, die einen unerklärlichen Blutdurst entwickeln: Der Band bietet reichlich Stoff zum Gruseln und ist sicher nichts für schwache Nerven.

 

 

 

Auch der Band »Grimms Märchen« in der Ausgabe von Philip Pullman mit Bildern von Shaun Tan bietet nicht nur großartig erzählte, sondern auch viele schön-schaurige Geschichten. So auch das Märchen »Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen«.

»Er setzte sich unter den Galgen und wartete, dass es Nacht würde. Weil er fror, machte er ein Feuer, doch gegen Mitternacht kam ein Wind auf, und so kräftig die Scheite auch loderten, ihm wollte nicht warm werden. Der Wind schaukelte die Gehenkten hin und her, dass die Leiber aneinander stießen, und der Junge dachte ›Wenn ich hier unten am Feuer friere, wie kalt muss erst den armen Burschen da oben sein?‹ Er stellte eine Leiter auf und stieg empor, band einen nach dem anderen los und schaffte alle sieben nach unten.« 

 

 

Aber auch in einem idyllischen kleinen Holzhaus in Nordschweden kann es spuken. Das stellt die zehnjährige Micke in Kerstin Lundberg-Hahns »Der Schatten an meiner Wand« schnell fest, nachdem ihr der Umriss eines Mädchens an ihrer Kinderzimmertapete auffällt.


»Mama verschränkt die Arme vor der Brust.

›Du glaubst doch wohl nicht an Geister?‹

›Nee‹, sagt Micke. ›Natürlich nicht.‹

Doch ehe sie an diesem Abend schlafen geht, stellt sie sich noch einmal vor den Schatten. Sie fährt mit der Hand über die Tapete, die sich ein bisschen wellig anfühlt.

›Bist du wirklich ein Geist?‹, flüstert Micke

 Sie hat keine Angst. Noch nicht.«


 

Für ein ordentliches Halloween dürfen zu guter Letzt ein paar besonders schreckliche Monster nicht fehlen.

 

 

In Patrick McDonnells Bilderbuch »Das Monster aller Monster« wird sogar das fürchterlichste Monster aller Zeiten erschaffen. Aber was tun, wenn sich das Monster gar nicht als schrecklich, sondern einfach nur schrecklich als lieb und höflich entpuppt?

 

ALADIN wünscht ein wunderbar schrecklich schönes Halloween!