»Die Dynamik einer Dreierfreundschaft«

01.03.2017

Jess und Eden sind die besten Freundinnen und vertrauen sich alles an. Bis Eden eines Tages verschwindet. Jess begibt sich auf die Suche nach der Freundin, bei der sie selbst bald auch mit schmerzhaften Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Und dann ist da noch Edens Freund Liam, der Jess mehr bedeutet, als sie sich selbst eingestehen mag. Liz Flannagans Jugendroman »Eden Summer« erzählt packend und geschickt konstruiert von Freundschaft und Verlust. Wir haben mit der Autorin über die Arbeit an dem Buch gesprochen.

(c. Sarah Mason Photography)

In Eden Summer stehen zwei sehr unterschiedliche Freundinnen im Mittelpunkt der Geschichte: Jess und Eden. Welche Figur war zuerst da? Welche Figur ist dir näher?

Es sind eigentlich drei Hauptfiguren – Jess, Eden und Liam – und die standen von Anfang an fest. Die Dynamik der Dreierfreundschaft war mir von vorneherein klar und sogar einzelne Details, wie der Wohnort der Figuren. Trotz ihrer jeweiligen Fehler sind mir alle drei sehr ans Herz gewachsen. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich wohl Jess wählen. Ich liebe sie für ihren Mut und ihre Unverwüstlichkeit.


Was hat dich an der Freundschaft zwischen Jess und Eden interessiert?

Während des Schreibens habe ich mich wieder an die engen Freundschaften erinnert, die ich mit 15 und 16 Jahren hatte, aber auch, wie kompliziert und unbeständig diese waren. Ich glaube, dass man in dieser Zeit viel darüber herausfindet, wer man ist, und manchmal gehört zu dieser Selbsterkenntnis auch die Abgrenzung von engen Freunden. Auf der anderen Seite definiert sich die Freundschaft zwischen Jess und Eden über eine große Zuneigung und Loyalität, die immer größer sein wird als alle Verletzungen.


Was ist die prägendste Erinnerung aus deiner eigenen Teenagerzeit?

Das ist schwer zu beantworten, es gibt so viele Erinnerungen! Zusammenfassend würde ich zwei Dinge nennen: Gespräche und Musik. Wir gingen zu Konzerten, Festivals und auf Parties, hörten dort unsere Lieblingssongs und tanzten dazu. Und es gab endlose Gespräche. In Zeiten vor Handys und schnurlosen Telefonen pflegte ich jeden Abend unseren Anschluss in der Küche in Beschlag zu nehmen, um meine beste Freundin anzurufen. Meine Mutter hat nie verstanden, was es überhaupt zu besprechen gab, wenn man sich gerade den ganzen Tag in der Schule gesehen hatte, aber wir konnten immer stundenlang miteinander quatschen. Und ich bin sehr glücklich darüber, dass wir das heute, viele Jahre später, immer noch können.


»Eden Summer« ist nun überall im Handel erhältlich. Weitere Informationen und eine digitale Leseprobe findet ihr hier.